Förderung für Digitalisierung: was 2026 noch geht
Das meistgenannte Programm für Digitalisierungsprojekte im Mittelstand gibt es nicht mehr. Viele Ratgeberseiten führen es trotzdem weiter. Hier steht, was Stand September 2026 tatsächlich nutzbar ist.
go-digital ist ausgelaufen
Das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums erstattete kleinen und mittleren Betrieben rund die Hälfte der Kosten für Digitalisierungsprojekte, gedeckelt bei etwa 33.000 Euro. Es ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen; seit dem 1. Januar 2025 sind keine neuen Anträge mehr möglich, und ein direktes Nachfolgeprogramm des Bundes gibt es nicht. Verwiesen wird stattdessen auf die Mittelstand-Digital-Zentren, auf "IT-Sicherheit in der Wirtschaft" und auf KfW-Förderungen.
Was stattdessen bundesweit läuft
- Forschungszulage (FZulG)
- Unbefristet, bundesweit, kein Antragsstopp. Sie fördert Forschung und Entwicklung mit einem Zulagensatz, der für kleine und mittlere Unternehmen erhöht ist; Auftragsforschung wird anteilig angerechnet. Beantragt wird sie vom Unternehmen selbst - der Dienstleister braucht keine Zulassung. Voraussetzung ist echter technischer Neuheitsgrad, kein Standardauftrag.
- Mittelstand-Digital-Zentren
- Kostenlose, herstellerneutrale Beratung. Kein Geld, aber ein Einstieg - und für viele Betriebe der ehrlichere erste Schritt.
- Landesprogramme
- Die meisten Bundesländer haben eigene Digitalisierungszuschüsse mit eigenen Fristen und Budgets. Sie sind oft die einzige verbliebene direkte Zuschussquelle - und der Topf ist regelmäßig vor Jahresende leer.
Für Vereine gilt eine eigene Landschaft
Ehrenamt und Verein werden nicht über die Wirtschaftsförderung finanziert, sondern über Programme von Bund, Ländern und Stiftungen - mit eigenen Runden und Stichtagen. Wer für die Digitalisierung eines Vereins Geld sucht, sucht an einer anderen Stelle als ein Betrieb, und die Runden ändern sich jährlich.
Die Lehre daraus, ohne Umschweife
Dass eine Seite ein Förderprogramm beschreibt, ist kein Beleg dafür, dass es das Programm noch gibt. Beschreibungsseiten, Vergleichsportale und Blogartikel bleiben jahrelang online und werden nicht gepflegt. Wir sind darauf selbst hereingefallen: go-digital stand hier im Marktüberblick als nutzbar, vier Tage bevor die Prüfung zeigte, dass es seit anderthalb Jahren tot war. Seither gilt: zu jedem Programm gezielt das Enddatum und eine aktuelle Antragsmöglichkeit suchen, nicht nur die Beschreibung.
Was das für ein Angebot heißt
Wir nennen in Angeboten kein Förderprogramm, das wir nicht vorher geprüft haben - und schreiben den Stand dazu. Ein Zuschuss, mit dem gerechnet wird und der dann nicht kommt, ist teurer als gar keiner.
Fragen
- Kann ich die Forschungszulage für eine neue Verwaltungssoftware bekommen?
- Nur, wenn das Projekt einen echten technischen Neuheitsgrad hat - ein ungelöstes Problem, eine neuartige Automatisierung. Eine Standardanwendung nach bekanntem Muster fällt nicht darunter, so gern man es hätte.
- Wer stellt den Antrag?
- Das auftraggebende Unternehmen selbst. Es gibt keinen Beraterpool und keine Zulassung für Dienstleister - anders, als es bei go-digital war.
- Ist dieser Text aktuell?
- Stand ist der 7. September 2026, und er wird bei jeder Prüfung nachgezogen. Vor einer Entscheidung sollten Sie den Stand trotzdem selbst bestätigen lassen - genau das ist die Lehre oben.
Stand 2026-09-07
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